Andacht am Sonntagmorgen – 03. Mai

Gottesdienst – gemeinsam, aber daheim

Am Sonntag um 10 Uhr werden in ganz Nürnberg die Glocken läuten  – wie zum Gottesdienst. Sie aber sollen wissen, dass wir uns nicht in der Kirche versammeln, sondern dass wir gemeinsam – aber jeder und jede zu Hause – miteinander und füreinander beten.

Wenn Sie mögen, finden Sie hier eine kleine Andacht dazu. Sie können auch die Sonntagsgedanken dabei lesen.

Andacht am Sonntagmorgen, den 3. Mai 2020 – Jubilate

Vorspruch

Im Namen Gottes des Vaters , des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Nacht ist vergangen, ein neuer Tag hat begonnen. Lasst uns wachen und nüchtern sein und abtun, was uns träge macht, dass wir ihn preisen, unseren Gott, mit unserem Leben vom ersten Morgenlied an bis zur Ruhe der Nacht.

Lied EG 432 Gott gab uns Atem

oder ein anderes Lied Ihrer Wahl

1. Gott gab uns Atem, damit wir leben.
Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.

Text: Eckart Bücken 1982
Melodie: Fritz Baltruweit 1982

Psalm 66, 1-9

1 Jauchzet Gott, alle Lande!
2 Lobsinget zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!
3 Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.
4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen. 
5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen.
7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. 
8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
9 der unsre Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Ehre sei dem Vaters und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Lesung – Predigttext des Sonntags – Joh 15,1-8

Der wahre Weinstock

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.
2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 
8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Stille

Evtl. Lesen der Sonntagsgedanken

Gebet

Unser Herr Jesus Christus, in dir bleiben,

die Kraft von dir empfangen.
aus deiner Wurzel leben, das erbitten wir von dir.
Aufnehmen und weiterreichen,
was du uns gibst. Frucht bringen.
Christus, ohne dich können wir nichts tun.

Du gibst die Kraft. Aus dir strömt sie.
Gib sie denen, die müde sind,
die erschöpft sind von Corona,
die sich aufreiben in der Sorge für andere,
deren Mut aufgebraucht ist,
die sich fürchten vor dem, was kommt.
Du bist die Wurzel, die trägt.
Erbarme dich.

Du bist der Friede.
Du berührst die Herzen.
Verwandle die Hartherzigen,
die Kriegsherren und die Lügner.
Ihr Gift sei wirkungslos,
weil du ihre Opfer heilst.
Du bist das Glück für die Schwachen.
Erbarme dich.

Du bist die Liebe.
Du machst alles neu. Du bleibst.
Bleib bei den Trauernden, Christus
und bei den Liebenden,
denn ohne dich verlieren sie sich.
Du Liebe, sprich zu uns,
zu deiner Gemeinde
und zu deiner weltweiten Kirche.
Bleib bei uns.

Christus, ohne dich können wir nichts tun.
Du bist der Weinstock.
Erbarme dich heute und alle Tage, die kommen.

So beten wir zum Gott, unserem Vater, mit denselben Worten wie die ganze Christenheit:

Vater unser

Lied  EG 406 Bei dir, Jesus, will ich bleiben

oder ein anderes Lied Ihrer Wahl

1. Bei dir, Jesus, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn.
Nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehen.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt allen Lebenssaft.

2. Könnt ich’s irgend besser haben
als bei dir, der allezeit
so viel tausend Gnadengaben
für mich Armen hat bereit?
Könnt ich je getroster werden
als bei dir, Herr Jesus Christ,
dem im Himmel und auf Erden
alle Macht gegeben ist?

3. Wo ist solch ein Herr zu finden,
der, was du getan, mir tut,
mich erkauft von Tod und Sünden
mit dem eignen teuren Blut?
Sollt ich dir, der mich erhoben
und sein Leben für mich gab,
sollt ich dir nicht Treu geloben,
Treue über Tod und Grab?

4. Ja, Herr Jesus, bei dir bleib ich,
so in Freude wie in Leid.
Bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit,
will auch gern mein Opfer bringen.
Schenk in deines Segens Füll
mir zum Wollen das Gelingen —
führe mich zum höchsten Ziel.

Segen

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Pfarrerin Alexandra Dreher