Kindergottesdienste für daheim – Pfingsten

Ablauf Andacht für Kinder zu Pfingsten

Vorbereitung

Vor dem Tisch, in einem Halbkreis legt ein paar Kissen aus oder stellt Stühle auf, auf denen alle gemütlich sitzen können. Stellt das Material bereit. Der Anfang und Schluss kann immer gleich bleiben. Nur die Schritte 6-8 werden besonders inhaltlich gestaltet

1. Glocke:

Läutet ein kleines Glöckchen: Der Gottesdienst zu Hause beginnt.

2. Begrüßung

Elternteil: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir feiern zusammen Pfingsten.  Ein Fest, das mit verschiedenen Sprachen, mit Sturm und Feuer und mit ganz viel Begeisterung zu tun hat. Mal schauen, was das wird.

Aber erstmal hab‘ ich Euch hier was mitgebracht:  Eine Birne (=Obst) und eine Birne (Glühbirne). Beides nennen wir „Birne“, obwohl es ganz verschiedene Dinge sind.

So ist das auch mit „Himmel“ und „Himmel“. Das kann auch verschiedenes meinen. Die Engländer haben extra zwei völlig verschiedene Wörter dafür:

sky   – ist der Himmel den wir sehen, das Blaue, die Wolken

heaven    – ist die Nähe Gottes, der Himmel auf Erden, wo wir uns rundum glücklich fühlen   

3. Kanon:

Wir singen jetzt ein bekanntes Himmel-Lied. Da ist erst vom „sky“ die Rede: Der Himmel geht über allen auf“, und dann von Heaven: „Der Himmel geht auf alle über“; d.h.:Gott will zu allen Menschen kommen (Gottes Nähe)

4. Erzählung: Himmelfahrt  und Pfingsten

Wie ist das mit den Wolken, mit Sturm und Feuer mit den Naturgewalten und was hat das alles mit Gott zu tun?

Eine Mutter erzählt:
Stellt euch vor, ihr seid auf einem Berg in der Schweiz.

Uns ging es so. Wir standen direkt in den Wolken, es war so neblig um uns herum, dass wir mit unseren Kindern ganz leicht verstecken spielen konnten.
Wir mussten nur ein paar Schritte  rückwärtsgehen und schon hatten uns die Wolken unsichtbar gemacht.
So stelle ich mir Christi Himmelfahrt vor.
Jesus geht ein paar Schritte weg und schon können ihn die Jünger nicht mehr sehen.
Nachdem Jesus seinen Jüngern 40 Tage erscheinen konnte, gab er ihnen den Auftrag von ihm zu erzählen. Und er sagte: Tauft die Menschen, dass sie zu Gott und zu mir gehören und dass sie Gottes Kraft bekommen. Und dann verschwand er vor ihren Augen.

Eine Wolke nahm ihn auf, steht in der Bibel.  
Aber eigentlich ist etwas anderes passiert.

Die Wolke ist ein Zeichen für Gottes Nähe. Gott nahm Jesus auf und zugleich brachte er den Himmel auf die Erde.
Wo Gott auf der Erde wirkt, da gibt es Kraft, da kommt Freude auf, da trocknen die Tränen.
Jesus verspricht den Jüngern noch mehr, auch das wird uns in der Himmelfahrtsgeschichte erzählt.

Jesus sagt: Bleibt beieinander und wartet darauf, dass ich euch Gottes Kraft schicke – den Heiligen Geist.
Die Kraft Gottes, der Heilige Geist kam dann an Pfingsten.  Pfingsten ist der Startschuss für die Botschaft von Jesus

  das Fest, als die Jünger Mut bekamen;
das Fest, das die Jünger umkrempelt.

Denn erstmal waren die Jünger ja wieder ganz schön traurig: Erst war ihr Meister getötet worden, dann lebt er plötzlich wieder und sie können ihn treffen. Dann entschwindet er in einer Wolke und ist wieder weg. Die armen Jünger sehen schon wieder nichts von Gott.

Doch da kommt der Heilige Geist mit Sturm und Brausen und mit

Feuerzungen – genau in das Haus, wo die traurigen Jünger beieinander sitzen:

Der Sturm pustet die Jünger durch, die Feuerflammen schaffen Begeisterung in ihnen. Dazu wollen wir das Lied singen:

5. Lied:  Komm, heilger Geist mit deiner Kraft 1-3

Kehrvers:

Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft, / die uns verbindet und Leben schafft.

1. Wie das Feuer sich verbreitet / und die Dunkelheit erhellt, / so soll uns dein Geist ergreifen, / umgestalten unsre Welt. Kehrvers

2. Wie der Sturm so unaufhaltsam, / dring in unser Leben ein. / Nur wenn wir uns nicht verschließen, / können wir deine Kirche sein. Kehrvers

3. Schenke uns von deiner Liebe, / die vertraut und die vergibt. / Alle sprechen eine Sprache, / wenn ein Mensch den andern liebt. Kehrvers

6. Fortsetzung der Erzählung:

Das geschah an Pfingsten.

Ja, bei den Jüngern, den Freunden von Jesus weht ein neuer Wind – der Wind der Hoffnung, der Freude und der Begeisterung.

Die Jünger waren voll Feuer und Flamme und trauen sich jetzt, endlich rauszugehen:

Begeistert erzählen sie von Jesus und seiner Auferstehung und laden alle ein, mit an ihn zu glauben.

Ihre Unsicherheit war wie weggeblasen.

Nun hält keiner sie mehr zurück. Sie müssen einfach von Jesus erzählen und wie er sie mit  seiner Liebe angesteckt hat. Sie fühlen: Wenn wir Gottes Liebe spüren, können wir die Liebe auch weitergeben. Und das tun sie.

Ein Drittklässler hat das mal so ausgedrückt: „Haben wir ein Glück gehabt, dass Gott den Jüngern den Heiligen Geist geschickt hat, sonst wüssten wir heute nichts von Jesus.“ Ja welch ein Glück.

Der Geist Gottes verbindet uns mit Jesus und stiftet Frieden wie er es wollte. Deshalb ist das Zeichen für Gottes Geist und für Frieden dasselbe – die Taube.

Frieden beginnt – wie die Liebe – im Kleinen – in der Klasse, in der Familie, in der Schule, in der Stadt, da wo wir wohnen. 

7. Gebet

Lieber Gott, du hast uns deine Kraft zugesagt. Lass sie zu unserer Kraft werden, die uns getrost, dankbar und froh macht.

Schenk uns die Begeisterung für dich und lass unsere Begeisterung auch andere anstecken. Komm, Heiliger Geist!

Stärke alle, die sich kümmern um diese Erde, um die Menschen, um die Bekämpfung der bösen Corona-Krankheit; mach, dass sie in deinem Geiste denken, entscheiden und handeln.

Sei nahe denen, denen es nicht gut geht, die Angst haben oder krank sind. Stell‘ ihnen Menschen zur Seite, die für sie da sind.

Schenke uns deine Liebe, die in uns wächst und zur Liebe für andere wird. Ja! Komm, Heiliger Geist!
Gemeinsam beten wir, wie Jesus es uns beigebracht hat:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

8. Lied: Halleluja  

Singen wir noch ein Lied, das in allen Sprachen gesungen werden kann, ein Lied das uns verbindet – nicht nur miteinander, sondern auch mit Christen in der großen weiten Welt:

Hallelu…, Hallelu… Hallelu…,

  1. Hallelu…, Hallelu… Hallelu…,

Halleluja, preiset den Herrn!
Preiset den Herrn, Halleluja,
preiset den Herrn, Halleluja,
preiset den Herrn, Halleluja,
preiset den Herrn, Halleluja.

Praise ye the Lord (englisch)
Doxa Theou (griechisch)
Gloria deo (lateinisch)
Tumsifuni (suaheli)
Halleluja (hebräisch)

9. Segen

Der allmächtige Gott gebe uns seinen Geist,
der wie Feuer ist und Sturm, wie Worte, die alle verstehen.
Der gütige Gott gebe uns seinen Geist,
der zusammenführt und neu werden lässt.
Der treue Gott gebe uns seinen Geist,
uns und allen Menschen, damit wir ihm ähnlich werden.
Und der Segen unseres Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit.
Amen.

Dipl. Rel.-Päd. Ulrike Bomhard
Pfarrer Dr. Matthias Dreher
Melanchthonkirche Ziegelstein